Wolfgang Palaver in Großaufnahme

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Im Zeit-Raum: Wolfgang Palaver

Peter Thiel und die Apokalypse als politisches Programm: Johannes Kaup im Gespräch mit Wolfgang Palaver

Alles auf einen Blick

  • Termin: 
    DI | 06 10 2026 | 18.30 Uhr

  • Location:
    Radiocafe
    ORF RadioKulturhaus
    Argentinierstraße 30a
    1040 Wien

  • Kartenabholung:
    ab 30 Min vor  Beginn

  • Saaleinlass:
    ab 15 Min vor Beginn

  • Preis: 
    € 12,- (inkl. USt.)

  • Veranstaltungsdauer:
    ca. 1,5 Stunden

Er wurde von den Wiener Festwochen eingeladen – und nach Protesten wieder ausgeladen. Doch Peter Thiel, Tech-Milliardär und libertärer Vordenker, bleibt eine der einflussreichsten intellektuellen Kräfte hinter dem politischen Richtungswechsel in den USA, die seit der zweiten Amtszeit Donald Trumps in aller Deutlichkeit sichtbar wird.

Gemeinsam mit Denkern wie Curtis Yarvin oder Nick Land wird Thiel – zu Recht oder zu Unrecht – zum Umfeld des sogenannten "Dark Enlightenment" gezählt. Das ist jene postliberale Bewegung, die eine fundamentale institutionelle Umformung westlicher Gesellschaften anstrebt. Was diese Bewegung aus dem Silicon Valley von anderen rechten Strömungen unterscheidet, ist ihre Technologiegläubigkeit und ihr eigentümliches Verhältnis zur Religion: Thiel versteht sich als "heterodoxer evangelikaler Christ", liest die Bibel aber selektiv – zur Unterstützung technologischer Beschleunigung. Den "Antichristen" erkennt er in globalen "fortschrittsfeindlichen Regulierungs-Regimen" wie den Vereinten Nationen und Persönlichkeiten wie Greta Thunberg; als Gegenfigur beschwört er den "Katechon", den apokalyptischen Aufhalter – verkörpert durch Trump oder seinen politischen Ziehsohn J.D. Vance. Dieses Denken vorschnell als lächerlich, irrational oder faschistoid abzutun, wäre ein Fehler – denn es prägt konkrete politische Strategien, weit über die USA hinaus.

Wolfgang Palaver, Theologe und Gewaltforscher, analysiert im Gespräch mit Johannes Kaup, was hinter diesen Denkfiguren steckt und warum sie so viele faszinieren – und so viele aufschrecken. Wolfgang Palaver hat nach einer technischen Ausbildung Theologie, Germanistik und Politikwissenschaften studiert. Von 2002–2023 war Wolfgang Palaver Professor für Christliche Gesellschaftslehre an der Universität Innsbruck und auch Dekan. Im Rahmen eines Forschungsaufenthalts am Center for International Security and Arms Control der Stanford University lernte er 1991 René Girard kennen und traf 1996 das erste Mal auf Peter Thiel.

Palaver ist Präsident von Pax Christi Österreich. 2025 wurde er zum "Persönlichen Vertreter der OSZE-Vorsitzenden zur Bekämpfung von Intoleranz, Rassismus und Diskriminierung" ernannt. Zu seinen zahlreichen Publikationen gehören "The Palgrave Handbook of Mimetic Theory and Religion". Und zuletzt "Für den Frieden kämpfen. In Zeiten des Krieges von Gandhi und Mandela lernen". Derzeit schreibt Palaver an einem Buch über Peter Thiel.

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