ORF/WOLFGANG RITSCHL
Im Zeit-Raum: Oliver Rathkolb
Alles auf einen Blick
- Termin:
DI | 03 03 2026 | 18.30 Uhr - Location:
Radiocafe
ORF RadioKulturhaus
Argentinierstraße 30a
1040 Wien - Kartenabholung:
ab 30 Min vor Beginn - Saaleinlass:
ab 15 Min vor Beginn - Preis:
€ 12,- (inkl. USt.) - Veranstaltungsdauer:
ca. 1,5 Stunden
Radikalisierung, Kriege, Fremdenfeindlichkeit, Kontrollverlust und Rückgang der Demokratien – die Welt scheint im Fieber. Politische Polarisierung, wirtschaftliche Unsicherheit und technologische Umwälzungen erinnern an längst vergangen geglaubte Zeiten.
Der Historiker und Bestsellerautor Oliver Rathkolb analysiert die Ursachen dieser globalen Nervosität. Er sieht Parallelen zwischen der Gegenwart und der Epoche vor dem Ersten Weltkrieg – den Phasen der ersten und zweiten Turboglobalisierung. Damals wie heute führen Überforderung, Machtkonzentration und das Gefühl gesellschaftlicher Marginalisierung zu einer Sehnsucht nach dem "starken Mann" und nach einfachen, oft autoritären Lösungen.
Im Gespräch mit Johannes Kaup geht Rathkolb der Frage nach: Steht uns ein neues autoritäres Zeitalter bevor? Von J.D. Rockefeller bis Elon Musk, von den politischen Raubrittern des 20. Jahrhunderts bis zu den neuen Tech-Oligarchen unserer Zeit – Rathkolb zeigt, wie ökonomische Macht, politische Unsicherheit und menschliche Ängste ineinandergreifen. Ein hellsichtiger, hochaktueller Abend über die Versuchungen autoritärer Verheißungen – und über die Frage, wie viel Demokratie uns die Zukunft noch zutraut.
Oliver Rathkolb war langjähriger Vorstand und Professor des Instituts für Zeitgeschichte der Universität Wien. Er ist Autor zahlreicher Veröffentlichungen zur österreichischen und internationalen Zeit- und Kulturgeschichte sowie Herausgeber der Zeitschrift "zeitgeschichte" und Vorsitzender des Wiener Instituts für Kultur- und Zeitgeschichte (VICCA) sowie des wissenschaftlichen Beirats des Hauses der europäischen Geschichte in Brüssel. Er hat kürzlich das Buch "Ökonomie der Angst" veröffentlicht.